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Bereich: StrafRecht Dokument: 587gv Datum: 2012.01.05
StGB305ter.1:Die Position eines hohen nationalen Beamten macht ihn nicht automatisch zu einer PEP; StGB305bis: Kriminelle Vereinigung als Vortat, falls deren Delikte regelmässig zu Vermögensempfängen bei den Beteiligten führen; Handlungspflichten bei Verdacht krimineller Mittelherkunft (BGE)
1. Der Umstand allein, dass eine Person ein hohes nationales Amt bekleidet (hier: Bundesrichter in Brasilien) macht sie noch nicht zur einer ’politically exposed person’ (PEP) mit erhöhtem Risiko.
2. Falls eine kriminelle Organisation Delikte verübt, die normalerweise Vermögensempfänge bei den handelnden Personen zur Folge hat, so besteht ein genügender adäquater Kausalzusammenhang zwischen den in der Schweiz aufgefundenen Vermögenswerten und der Beteiligung an einer kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter StGB als Vortat.
3. Ein bloss bankinterner Antrag auf Kontosperre genügt nicht, um die Handlungspflichten im Falle des Verdachts der kriminellen Herkunft der Gelder zu erfüllen, insbesondere dann nicht, wenn dieser Antrag durch Aussagen relativ wird, nicht vorschnell zu handeln.
Artikel: stgb260ter, stgb305bis, stgb305ter.1
Schweizerisches Bundesgericht, 6B_729/2010, 2011.12.08
StGB: Schweizerisches Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 1937, SR 311.0
Kommentar:
StGB (SR 311.0) Art. 305ter [1]
Mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften und Melderecht [2]
1 Wer berufsmässig fremde Vermögenswerte annimmt, aufbewahrt, anlegen oder übertragen hilft und es unterlässt, mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt die Identität des wirtschaftlich Berechtigten festzustellen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft. [3]
2 Die von Absatz 1 erfassten Personen sind berechtigt, der Meldestelle für Geldwäscherei im Bundesamt für Polizei Wahrnehmungen zu melden, die darauf schliessen lassen, dass Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren. [4]
1 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 23. März 1990, in Kraft seit 1. Aug. 1990 (AS 1990 1077; BBl 1989 II 1061).
2 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 1. Aug. 1994 (AS 1994 1614; BBl 1993 III 277).
3 Strafdrohungen neu umschrieben gemäss Ziff. II 1 Abs. 16 des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
4 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994 (AS 1994 1614; BBl 1993 III 277). Fassung gemäss Ziff. I 1 des BG vom 3. Okt. 2008 zur Umsetzung der revidierten Empfehlungen der Groupe d’action financière, in Kraft seit 1. Febr. 2009 (AS 2009 361; BBl 2007 6269).
Stand am 1. Januar 2012
StGB (SR 311.0) Art. 305bis [1]
Geldwäscherei
1. Wer eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem Verbrechen herrühren,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.
2. In schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Mit der Freiheitsstrafe wird eine Geldstrafe bis zu 500 Tagessätzen verbunden. [2]
Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn der Täter:
a.als Mitglied einer Verbrechensorganisation handelt;
b.als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Ausübung der Geldwäscherei zusammengefunden hat;
c.durch gewerbsmässige Geldwäscherei einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt.
3. Der Täter wird auch bestraft, wenn die Haupttat im Ausland begangen wurde und diese auch am Begehungsort strafbar ist. [3]
1 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 23. März 1990, in Kraft seit 1. Aug. 1990 (AS 1990 1077; BBl 1989 II 1061).
2 Strafdrohungen neu umschrieben gemäss Ziff. II 1 Abs. 16 des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
3 Berichtigt von der Redaktionskommission der BVers (Art. 33 GVG - AS 1974 1051).
Stand am 1. Januar 2012
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StGB (SR 311.0) Art. 260ter [1]
Kriminelle Organisation
1. Wer sich an einer Organisation beteiligt, die ihren Aufbau und ihre personelle Zusammensetzung geheim hält und die den Zweck verfolgt, Gewaltverbrechen zu begehen oder sich mit verbrecherischen Mitteln zu bereichern,
wer eine solche Organisation in ihrer verbrecherischen Tätigkeit unterstützt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.
2. Der Richter kann die Strafe mildern (Art. 48a), [2] wenn der Täter sich bemüht, die weitere verbrecherische Tätigkeit der Organisation zu verhindern.
3. Strafbar ist auch, wer die Tat im Ausland begeht, wenn die Organisation ihre verbrecherische Tätigkeit ganz oder teilweise in der Schweiz ausübt oder auszuüben beabsichtigt. Artikel 3 Absatz 2 ist anwendbar. [3]
1 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 18. März 1994, in Kraft seit 1. Aug. 1994 (AS 1994 1614; BBl 1993 III 277).
2 Fassung des ersten Halbsatzes gemäss Ziff. II 2 des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
3 Fassung des Satzes gemäss Ziff. II 2 des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459; BBl 1999 1979).
Stand am 1. Januar 2012
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